„Der Krieg ist in jedes Haus eingedrungen“: Exodus der Russen, die der Einberufung ausweichen

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Einige Russen im Wehrpflichtalter verließen am Donnerstag eilig das Land, um der größten Wehrpflichtkampagne ihres Landes seit dem Zweiten Weltkrieg zu entgehen, als Weltmächte bei den Vereinten Nationen forderten, dass Moskau für angebliche Gräueltaten in der Ukraine zur Rechenschaft gezogen wird.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow verteidigte Moskau und reagierte trotzig, beschuldigte Kiew und seine westlichen Verbündeten, sein Land zu bedrohen, bevor er am Ende seiner Rede vor dem Sicherheitsrat hinausging.

Umfragen in Russland deuten auf eine weit verbreitete innenpolitische Unterstützung für Moskaus Intervention in der Ukraine und deutlich höhere Zustimmungswerte für Putin als vor der Invasion am 24. Februar hin.

Aber die Massenrekrutierung, die 300.000 Soldaten anwerben soll, könnte für Putin ein Glücksspiel sein, nachdem er versprochen hat, dass es nicht passieren würde, und schwere russische Verluste in der Ukraine erlitten hat.

Die Preise für Flugtickets von Moskau stiegen auf über 5.000 € für einfache Flüge zu den nächstgelegenen ausländischen Standorten, wobei die meisten in den kommenden Tagen ausverkauft waren. Auch an den Grenzübergängen zu Finnland und Georgien nahm der Verkehr zu.

„Dies ist eine Panikforderung von Menschen, die befürchten, dass sie das Land später nicht verlassen können – die Menschen kaufen Tickets, ohne sich darum zu kümmern, wohin sie fliegen“, erklärte eine Quelle aus der Tourismusbranche.

In 38 russischen Städten fanden Antikriegsproteste statt, weitere sind für das Wochenende geplant. Sie haben dazu geführt, dass am Mittwoch mehr als 1.300 Personen festgenommen wurden, wie eine Überwachungsgruppe berichtet. Einige der Einzelheiten seien am Donnerstag, dem ersten vollen Tag der Wehrpflicht, den Einberufungsämtern mitgeteilt worden, teilten unabhängige Nachrichtenagenturen mit.

„Aufgrund der Mobilisierung ist Russlands Krieg gegen die Ukraine für die meisten russischen Bürger nicht etwas im Fernsehen oder Internet, sondern etwas, das in jedes russische Zuhause eingedrungen ist“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstagabend in einer Videoansprache.

Russland sagte, Berichte über einen Massenexodus seien übertrieben.

Russische Nachrichtenagenturen berichteten am Donnerstag unter Berufung auf den russischen Generalstab, dass sich 10.000 Menschen freiwillig zum Kampf gemeldet hätten, noch bevor ihre Einberufungspapiere eingetroffen seien.

Putins Mobilisierungspläne kommen, da die russische Armee seit Anfang des Monats im Nordosten der Ukraine mit großen Rückschlägen konfrontiert war.

Am Mittwoch kündigte er Pläne zur Annexion von vier ukrainischen Regionen an und sagte, seine Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen sei kein „Bluff“.

Euronews

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